
Ist es nicht genau das, was ich bin? Ein Schöpfer? Oder beschreibe ich nur, was in einem von euch unendlich gedachten Universum irgendwo existieren muss? So viel zu der Idee ein Gott zu sein. Ich bin genau das, was die Band so kritisch betrachtet: Ein Affe, ein Mann, ich bin sogar ein Frühaufsteher. Ich bin auch neurodivers und farbenblind, funktioniere deshalb mit einem anderen Betriebssystem auf kaputter Hardware. Und ich bin auch noch untalentiert, faul und vor allem ungeduldig.
Durchpausen nannte man die Technik in meiner Kindheit und das Pergament hieß Butterbrotpapier. Ich bin ein schlechter Zeichner und mit Farbe noch schlechter. Doch durchpausen konnte ich schon als Kind gut. Manche mögen es angesichts des Talents von anderen Künstlern für Betrug halten. Ich trug selbst lange in mir das Gefühl des Makels, des Schwindlers, glaubte mich in der Welt der Werbung und des Designs besser aufgehoben. Doch wer will schon einen farbenblinden Spinner zum Designer ausbilden?
Alles, was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht. Noten? Ich kann sie buchstabieren, aber nicht lesen. Wenn ich nachdenke und zähle finde ich sie auch auf der Gitarre oder dem Klavier. Musik mache ich ohne. Es ist toll, dass die KI auch mit einem billigen Mikrophon aufgenommene Sequenzen in Musik verwandelt. In meine Musik, mit meinen Texten. Schreiben. Vielleicht ist das ein Talent. Gedichte schreiben. Dafür brauche ich keine KI. Das kann mein Bio-PC ohne Hilfe. Bio-PC. So betrachte ich mein Gehirn. Es laufen darin eine Menge Programme ab, auf die ich keinen oder nur beschränkten Zugriff habe. Ich kann meine Atmung bewusst regulieren oder einfach nur beobachten. Mein Gehirn träumt dann weiter, spinnt alternative Realitäten, was wäre wenns. Wer sitzt da und füttert mich mit alternativen Fakten?
Ich habe meine eigenen Bots. Es sind die Gedanken, die man mir als Kind immer wieder versucht hat als Weltbild zu verkaufen. Die Installation ist fehlgeschlagen, rattert aber immer noch in einem dunklen Korridor vor sich hin und erklärt mir ihre Vorstellungen davon, wie mein Leben aussehen sollte. Ich wollte nicht so leben und ich will nicht so leben, wie es mir dieses Programm ständig predigt. Etwas anderes in mir will anders leben, will ein Schöpfer sein, erschaffen statt produzieren, nutzen statt konsumieren. Das ist es, was mich glücklich und zufrieden macht.
Habt Dank für die Werkzeuge und das tägliche Brot, das ihr mir gnädigerweise wie einem alten Gaul vor die Tür stellt. Es gibt auch noch Kultur in dieser Zivilisation. Ich kann euer Monopoly trotzdem nur mit einem Kopfschütteln betrachten. Überall Müll auf kaputten Asphaltwüsten, robotergemähte Monotonie statt Gärten, Parkplätze statt Parks. Seht ihr es nicht? Hochkultur? Proletengebrüll als Dichtkunst, Hass als politisches Werkzeug und ein Diktat der Gier sind für mich kein Zeichen von Kultur.
Ob dieses Werk, diese Schöpfung, von euch als Beitrag zur Kultur betrachtet oder als Frontalangriff betrachtet wird, liegt allein an eurem Weltbild. Ich zeige euch nur meine Alternative für alle. Die Menschheit hat die Mittel eine bessere Gesellschaft zu bauen und fällt immer wieder auf die alten Lügen herein. Ich kann den Affen in mir fühlen. Kultur hat er keine.
Auch dieses Werk entstand aus einem Weltbild heraus, meinem. Es enthält nicht mehr Wahrheit als andere. Es ist nur ein Bild, ein Puzzle aus Erfahrungen und Beobachtungen, Reflektionen meines eigenen, nicht ganz einfachen Lebens. Es mag manchen arrogant vorkommen, manchen beleidigend oder sonstwie abstoßend. Das ist unvermeidlich. Das Monster bin ich. Wer tiefer in meine Gedankenwelt und den Weg bis zu diesem Werk eintauchen möchte:
www.arpan.de
blog.arpan.de
Zum Schluss noch ein „Jobangebot“.
Ich kann nicht verkaufen. Ich kann bedienen. Bier verkauft sich von allein. Es freundlich zu servieren bereitet mir keine Mühe. Doch Kunden suchen, Netzwerke bauen und all die anderen für den Erfolg auf dem Kunstmarkt notwendigen Tätigkeiten sind mir nicht nur lästig. Es fehlen mir sowohl die sozialen Fähigkeiten, als auch die Zeit. Ich muss Werke schaffen. Verkaufen muss sie jemand anderes. Wenn also jemand mit den entsprechenden Fähigkeiten, Beziehungen und Möglichkeiten den Wunsch hat von meinem umfangreichen Werk wirtschaftlich zu profitieren, darf er mir gern eine Email schicken. Aber bitte keine Träumer. Träumen kann ich selbst.